Andreas Gräf

Herr Gräf, seit 2008 sind Sie Geschäftsführer bei Instone Real Estate Development GmbH (früher formart GmbH & Co. KG). Zuvor leiteten Sie die Wohnungsbauentwicklung in Nordrhein-Westfalen bei Hochtief.

Was bedeutet Verbandsarbeit für Sie?
Gräf: Verbandsarbeit ist gleichzusetzen mit einer Mannschaftsleistung, die mit Überzeugung und Engagement gemeinsame Ziele verwirklicht. Es ist gute demokratische Tradition, dass sich Gleichgesinnte zusammenschließen, um ihre Interessen zu formulieren und durchzusetzen. Ganz entscheidend ist dabei, dass es sich nicht um Sondervorhaben kleiner Minderheiten handelt, sondern um Projekte im Dienst der gesamten Gesellschaft. Gerade im Wohnungsbau besteht ein allgemeiner Konsens: Für die allein in NRW benötigten 50.000 neuen Wohnungen pro Jahr können wir keine Rücksicht auf Bedenkenträger, Partikularinteressen und eine überbordende Bürokratie nehmen.

Welches Projekt würden Sie derzeit gerne hervorheben?
Gräf: Es ist vorbildlich, in welch umfassendem Kontext der BFW die Bezahlbarkeit des Wohnungsbaus beleuchtet. Um für die nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge adäquaten Wohnraum zu schaffen, haben wir in den vergangenen Monaten zahlreiche Gesetzeserleichterungen erlebt. Leider gelten diese Regelungen nur für Flüchtlingsunterkünfte – dabei haben wir eine allgemeine Nachfrage nach Wohnraum, gerade in den Großstädten unseres Landes.
In Düsseldorf sind wir froh, mit unserem „NeMo“-Projekt in bester Lage am Rheinufer zwischen Landtag und Medienhafen eine Lücke geschlossen zu haben. Im September 2017 haben wir die Fertigstellung von über 80 Wohnungen gefeiert.

Auf welches Ihrer Projekte sind Sie besonders stolz?
Gräf: Hier ist zweifellos unser Kölner Projekt „Halle 17“ zu nennen. Ohne mich in der Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf positionieren zu wollen – wir haben ja in beiden Städten spannende Projekte – bestand der Reiz bei „Halle 17“ darin, eine typisch urbane Mischnutzung in einem Komplex aus der Epoche der Industrialisierung zu realisieren. Im historischen Gewand entstehen nun auf großzügigen Flächen Ateliers, Gastronomiebetriebe, Wohnungen und Arbeitsräume für die Kreativwirtschaft.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie und Ihr Unternehmen gerade?
Gräf: Attraktive Wohnprojekte brauchen attraktive Flächen. NRW bleibt bevölkerungsreichstes Bundesland und ein Magnet für Menschen aus dem In- und Ausland. Als Partner der Kommunen widmen wir uns gemeinsam der Konversion brachliegender Flächen oder nicht mehr genutzter Bestandsbauten. Hierfür brauchen Sie mitunter einen langen Atem, sprich einen starken Partner. In Bonn entwickeln wir beispielsweise gemeinsam mit der Stadt und in Abstimmung mit den Bürgern vor Ort einen neuen Bebauungsplan für ein Grundstück im Stadtteil Endenich, wo unter anderem seniorengerechte Wohnungen entstehen sollen. Unsere Projekterfahrung, Kapitalstärke und Personalkompetenz möchten wir weiterhin einbringen, um zwischen Siebengebirge und Münsterland wirklich ansprechende Stadtquartiere zu errichten.

Firmenportrait Instone Real Estate Development GmbH
Instone Real Estate ist einer der größten Wohnentwickler Deutschlands, entsanden aus der formart GmbH & Co. KG und der GRK-Holding GmbH. Das Unternehmen entwickelt moderne,
urbane Mehrfamilien- und Wohngebäude und saniert denkmalgeschützte Gebäude für Wohnzwecke. Instone Real estate entwicklet und vermarktet Wohnungen für bzw. an
Eigennutzer, private Kaitalanleger und institutionelle Investoren. In 26 Jahren konnten so über eine Million Quadratmeter realisiert werden. Bundesweit sind rund 240 Mitarbeiter an 8
Standorten tätig. Derzeit arbeitet die Instone Real Estate an rund 50 Projekten, deren erwarteter Verkaufserlös bei Fertigstellung rund EUR 3,4 Millarden beträgt.

Lebenslauf Andreas Gräf, Instone Geschäftsführer (COO)
Andreas Gräf ist seit Juni 2017 verantwortlicher CDO der Instone Real Estate Group neben seiner laufenden Führung als COO der Instone Real Estate Development GmbH für die Niederlassungen NRW und Rhein-Main. Der ausgebildete Baufachwirt ist seit 30 Jahren im Bau- und Immobiliensektor tätig. Er etablierte die Wohnungsbauentwicklung als eigenständiges Geschäftsmodell von HOCHTIEF und wurde 2008 zum Geschäftsführer der Instone Real Estate-Vorgängergesellschaft formart ernannt. Im Zuge seiner vorangegangenen Niederlassungsleitungen entwickelte er zahlreiche Projekte sowohl im wohnwirtschaftlichen als auch im gewerblichen Bereich.