Mehr Wohnraum wird benötigt, dazu muss das Bauen attraktiv bleiben

Düsseldorf, 14. Januar 2O19 – Ein neues Aktionsbündnis in NRW unter dem Namen „Wir wollen wohnen!” macht sich für den Erhalt von Mieterschutzrechten und preiswerten Wohnraum stark. Zu den Initiatoren zählen u.a. der Deutsche Mieterbund NRW, der Sozialverband VdK NRW, der DGB NRW und die Caritas NRW.

Das Bündnis fordert den Fortbestand geltender Landesverordnungen, die aus Sicht des Bündnisses dem Mieterschutz dienen. Im Kern dürfte es um Mietpreisbremse und Kappungsgrenzenverordnung gehen – beide Instrumente dienen nicht dem Schutz des Mieters in einem Mietverhältnis. „Im Gegenteil“, sagt BFW NRW Geschäftsführerin Elisabeth Gendziorra.

„Die Mietpreisbremse ist nachweislich nicht geeignet, Menschen mit niedrigen Einkommen einen besseren Zugang zu Mietwohnungen zu ermöglichen. Von den politisch verordneten Niedrigpreisen profitieren nur Wohnungssuchende mit guter Bonität, die Wohnungen in innerstädtischen Top-Lagen suchen. Nachhaltig schädlich auswirken wird sich, dass Investoren angesichts der kontinuierlichen Markteingriffe durch den Gesetzgeber wie zuletzt im Dezember 2018 durch Verschärfung der Mietpreisbremse kaum noch Mietwohnungen bauen.“

„Die Mitgliedsunternehmen des BFW NRW sind als mittelständische Wohnungsunternehmen eng mit ihren kommunalen Ansprechpartnern verbunden. Mit einer Neubaubeteiligung von 50 bis teils 80 Prozent in den angespannten Wohnungsmärkten stehen wir als Verband in mehreren lokalen Bündnissen an der Seite der Kommunen. Gemeinsames Ziel ist stets die mengenmäßige Steigerung und zeitliche Beschleunigung des Wohnungsneubaus. Die anteilige Errichtung öffentlich geförderter Wohnungen in Neubauprojekten ist in den angespannten Märkten seit einigen Jahren bereits verpflichtend“, kommentiert Gendziorra die Forderung des Bündnisses an die Kommunen.

Das Bündnis ‚Wir wollen wohnen‘ kritisiert, dass sich immer mehr Haushalte in NRW die steigenden Mieten nicht mehr leisten können. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt deutlich, dass die Mieten in den nachfragestarken Städten steigen. Die Ursachen sind vielschichtig: stark steigende Baukosten, Baulandknappheit mit der Folge steigender Baulandpreise, zu lange Genehmigungsverfahren und weiter steigende Bauanforderungen.

Um die vielen unterschiedlichen Stellschrauben zu justieren, braucht es den Schulterschluss zwischen allen beteiligten Akteuren, die Priorisierung des Wohnungsneubaus in den Kommunen und nicht zuletzt die Akzeptanz der Bürger, wenn neue Nachbarschaften vor ihrer Haustür entstehen.
Damit dies gelingt, setzt sich der BFW NRW, sowohl eigenständig, als auch gemeinsam in seiner Funktion als Mitglied der Baukostensenkungskommission NRW und als Mitglied der Allianz für mehr Wohnungsbau NRW, vehement für eine Senkung der Baukosten und somit für mehr bezahlbaren Wohnungsbau ein.

„Einseitige Betrachtungen und schlichte Forderungen nach staatlicher Regulierung und Wohnungsbauaktivität bringen nicht weiter. Jeder Wohnungsneubau und jede vermietete Wohnung muss unabhängig von der Gesellschaftsform des Bauträgers oder Vermieters, wirtschaftlich tragfähig sein, andernfalls drohen vernachlässigte Quartiere. Der Ausverkauf öffentlicher Wohnungsbestände, wie wir ihn vor rund zehn Jahren erlebt haben, muss nicht wiederholt werden“, bewertete BFW NRW Geschäftsführerin Elisabeth Gendziorra die weiteren Forderungen des Bündnisses.

Der BFW NRW setzt sich seit 2010 – u.a. gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund NRW, den Sozialverbänden und den wohnungswirtschaftlichen Verbänden – in der Aktion Impulse für mehr Wohnungsbau für eine verbesserte Wohnraumförderung und für eine Ankurbelung des Neubaus in NRW ein. Alle Landesregierungen haben nicht zuletzt aufgrund dieser gemeinsamen Aktion jedes Jahr immer wieder ein verbessertes und bundesweit beispielhaftes Wohnraumförderprogramm aufgelegt.
Dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen als Interessenvertreter der mittelständischen Immobilienwirtschaft gehören derzeit rund 1.600 Mitgliedsunternehmen an. Als Spitzenverband wird der BFW von Landesparlamenten und Bundestag bei branchenrelevan-ten Gesetzgebungsverfahren angehört.

Die Mitgliedsunternehmen stehen für 50% des Wohnungs- und 30% des Gewerbeneubaus. Sie prägen damit entscheidend die derzeitigen und die zukünftigen Lebens- und Arbeitsbedingun-gen in Deutschland. Mit einem Wohnungsbestand von 3,1 Millionen Wohnungen verwalten sie einen Anteil von mehr als 14% des gesamten vermieteten Wohnungsbestandes in der Bundes-republik. Zudem verwalten die Mitgliedsunternehmen Gewerberäume von ca. 38 Millionen Quadratmetern Nutzfläche.

Der BFW NRW vertritt die Interessen von 250 Mitgliedern und ist als Unternehmerverband der Ansprechpartner für wohnungswirtschaftliche und wohnungspolitische Fragestellungen.

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