Glänzende Perspektiven an Rhein und Ruhr

Düsseldorf, 22.10.2021. Das unabhängige Analyse- und Beratungsunternehmen bulwiengesa hat zum ersten Mal den Markt für Projektentwicklungen in den fünf nordrhein-westfälischen A- und B-Städten Bonn, Düsseldorf, Köln, Münster sowie zusammengefasst in den vier Ruhrkernstädten Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund untersucht.

Insgesamt sind derzeit etwa 50 Millionen Quadratmeter Büro-, Wohn- und sonstige Flächen in NRW in der Entwicklung. Auf Basis von rund 2.000 einzelnen Projekten wurden die Struktur und das Volumen des Projektentwicklermarktes analysiert und städteweise ausgewertet. Dabei wurde der Fokus auf die Nutzungsarten Büro, Wohnen, Einzelhandel und Hotel gesetzt.

Vorgestellt wurde diese Studie jetzt auch im Rahmen des BFW-Bauträgertages in Köln. Der Tenor des Generalbevollmächtigten Andreas Schulten: „Glänzende Perspektiven für die Projektentwickler an Rhein und Ruhr.“ Betrachtet man alle Segmente, summiert sich das Projektentwicklungsvolumen auf 14,6 Mio. m2 im Betrachtungszeitraum von 2018 bis 2025. Spitzenreiter sind die vier Oberzentren des Ruhrgebiets mit zusammen 5,3 Mio. m2 an Bauprojekten, gefolgt von Düsseldorf mit 3,8 Mio. m2 und Köln mit 3,6 Mio. m2. Der Markt wird wie auch in anderen deutschen Städten von Wohnprojektentwicklungen geprägt, die ca. 45 Prozent der Projektflächen umfassen, gefolgt von Büroprojektentwicklungen mit einem Anteil von rund 30 Prozent. Rund 11 Mio. m2 der analysierten Flächen sind Projektentwicklungen im Wohn- und Bürosegment. Die Segmente Einzelhandel und Hotel spielen eine eher untergeordnete Rolle. Eine Ausnahme bildet Bonn, wo die Büroprojekte die Wohnprojekte leicht in den Schatten stellen.

Diversifizierter Markt in NRW

In den nächsten Jahren gehen überdurchschnittlich viele Projekte an den Start. Hier heben sich die NRW-Städte erkennbar gegenüber den anderen deutschen A-Städten ab, wo das Baugeschehen wegen hoher Grundstücks- und Baukosten meist stagniert. 6,3 Mio. m2 weisen die Projekte in den Pipelines vieler Entwickler auf. Das übersteigt das Volumen der derzeit in Bau befindlichen Projekte mit 3,3 Mio. m2 um fast das Doppelte. Angst vor einem Überangebot oder überhitzten Märkten braucht kaum ein Projektentwickler zu haben: Aus der Vogelperspektive ist der Immobilienmarkt in NRW ein sehr diversifizierter Markt, etwa bezüglich Stadtgrößen oder Branchenschwerpunkten. Nach wie vor haben gerade internationale Investoren Vorbehalte gegenüber einzelnen Märkten in NRW.

Klima für Neubau trägt Früchte

Andreas Schulten, Generalbevollmächtigter bei bulwiengesa: „NRW ist komplex und vielschichtig, mit Hidden Champions einerseits und strukturschwachen ‚weißen Flecken‘ andererseits. Viele Immobilieninvestoren übersehen die Potenziale im relativ risikoloseren NRW. Anders als in Berlin, München, Frankfurt oder Hamburg, wo das Baugeschehen immer noch auf die Metropole konzentriert ist, sind in NRW viele Standorte markttauglich.“
Elisabeth Gendziorra, Geschäftsführerin des BFW NRW, die die Studie mit ihrer Expertise unterstützt: „Uns hat gefreut, dass durch das Werben der Landesregierung, besonders durch das Bauministerium und die ‚Allianz für mehr Wohnungsbau‘, ein Klima für den Neubau entstanden ist, das erkennbar Früchte trägt: Die Studie weist mehr als 6 Mio. m2 Projektvolumen in den fünf untersuchten Kernräumen für konkret geplante Wohnungen, Büros, Hotels und Einzelhandel auf. Verlässlicher Partner für das Wachstum sind die mittelständischen Wohnungs- und Immobilienunternehmen.“

 

Die Top-Akteure über alle Assetklassen hinweg stemmen ein Projektvolumen von insgesamt 2,6 Mio. m2 und haben damit einen Marktanteil von rund 18 Prozent am gesamten Projektentwicklermarkt. Dies zeigt auch, dass der Markt für Projektentwicklungen in NRW sehr kleinteilig ist – über 80 Prozent der Flächen werden von einer Vielzahl kleinerer und oft nur regional tätiger Bauträger entwickelt.

Die Top 10 kennzeichnet insbesondere die Umsetzung von sogenannten Trading Developments, also „klassischen“ Entwicklungen zum Verkaufszweck. Rund ein Drittel der umgesetzten Projektflächen gehen auf Trading Developments zurück. Allein die Kölner GAG und die Bau- und Landesbetriebe NRW sind regionale Schwergewichte im wachsenden Markt für Investor-
Developments.

Die Top-3-Akteure sind die Zech Group, Pandion und die GAG Immobilien; diese Unternehmen zeichnet eine hohe Projektaktivität in Düsseldorf und Köln aus. Über die Hälfte des
Flächenvolumens lässt sich auf Wohnprojektentwicklungen zurückführen.

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