Im Fokus: Bonn gibt Bauen und Wohnen neuen Stellenwert

Düsseldorf, 22.12.2025. Der Druck auf den Bonner Wohnungsmarkt ist nach wie vor hoch. Bereits zu Beginn des Jahres hatte eine bulwiengesa-Studie im Auftrag des BFW NRW aufgezeigt, dass in Bonn bis 2040 rund 35.000 neue Wohnungen benötigt werden. Andere Studien und Bevölkerungsprognosen sprechen dieselbe Sprache. Gleichzeitig sind die Herausforderungen an das Bauen in Bonn die gleichen wie im Rest der Bundesrepublik: Hohe Baukosten und schwierige Finanzierungsbedingungen sorgen dafür, dass Vorhabenträger Projekte zurückstellen oder aufgeben. Dieser Realität stellen sich die Kommunen, die nun ihren Teil dazu beitragen müssen, Vorhaben wieder wirtschaftlich zu machen und. In Bonn machen der Politikwechsel nach der Kommunalwahl im September und eine neue Priorität in der Verwaltung für die Themen Wohnen und Bauen Hoffnung.
Themenbezogenes Tagen
Bereits im Juli hatte die Verwaltungsspitze – damals noch unter der Verantwortung von Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) – Branchenvertreter wie den BFW NRW zur Auftaktveranstaltung der neuen Wohnungsbau-Konferenz Bonn (WoKoBo) eingeladen. Die (Wieder-)Einsetzung eines solchen Forums, in dem sich alle am Wohnungsmarkt beteiligten Akteure mit Verwaltungsspitze und Politik zusammensetzen, ist eine Forderung des BFW NRW an die Stadtspitze, die nun endlich umgesetzt wurde. Die WoKoBo soll themenbezogen tagen und als Impuls- und Inputgeber für konkrete Vorhaben und Beschlüsse im Bereich Wohnen und Bauen dienen.
Bonner Baulandmodell entfaltet noch keine Wirkung
Im November lud das Bonner Stadtplanungsamt unter der Federführung von Petra Denny und Katharina Klemmt zu zwei Dialogforen im Rahmen der WoKoBo ein: Zum einen wurde über die Umsetzung des vom Bundestag beschlossenen Bauturbo in Bonn gesprochen. Der Bauturbo dient vor allem der Planungsbeschleunigung von Bauvorhaben; ob seine Maßnahmen zur Umsetzung kommen, hängt jedoch wesentlich von den Kommunen ab. In einem weiteren Termin wurde über das Bonner Baulandmodell diskutiert, das in erster Linie eine Quote von 40 bzw. 50 Prozent geförderter Wohnungen für Vorhaben vorgibt, für die Planungsrecht geschaffen wird. Hier wurden die Erfahrungswerte der Verwaltung mit denen der Vorhabenträger verglichen. Dabei wurde deutlich, dass das Baulandmodell in der derzeitigen Praxis noch keine Wirkung entfaltet, da nur wenige Projekte tatsächlich darüber realisiert wurden. Die Erwartung des BFW NRW ist, dass die Anforderungen des Modells kritisch geprüft und im Sinne einer einfacheren und wirtschaftlicheren Umsetzung überarbeitet werden.
In beiden Terminen hat der BFW NRW die Erfahrungswerte und Anregungen seiner Mitglieder eingebracht. Ein besonderer Dank gilt hier Holger Nemitz, Sprecher der BFW-Region Bonn, sowie allen Mitgliedern, die in Bonn ansässig oder tätig sind und sich über den BFW in diesen Formaten einbringen.
Insgesamt entsteht der positive Eindruck, dass die Bonner Verwaltung die Probleme auf dem Wohnungsmarkt und die gegenwärtigen Herausforderungen für Vorhabenträger versteht und an einem konstruktiven Dialog interessiert ist, der diesen Herausforderungen begegnet.
Die Wahl von Guido Déus (CDU) zum Oberbürgermeister macht darüber hinaus Hoffnung, dass die Jahre vorbei sind, in denen Wohnungsbau nur eine untergeordnete politische Rolle gespielt hat. Bereits beim vom BFW NRW organisierten Bonner Wohngipfel im Juni hatte er sich klar zu einer wachsenden Stadt bekannt, die eine Priorität auf den Wohnungsbau legt.
Daran werden sich der Oberbürgermeister und sein Ratsbündnis, sobald es steht, messen lassen müssen. Der BFW NRW wird sich weiterhin mit seiner Expertise und dem Erfahrungswissen seiner Mitglieder in die von der Stadt eingerichteten Dialogformate einbringen. Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits im Rahmen der von der Stadt angekündigten Überarbeitung des Handlungskonzepts Wohnen – in Bonn geht es derzeit Schlag auf Schlag.
Auf unserem Foto (v. l.) Petra Denny, Leiterin des Stadtplanungsamtes Bonn, Holger Nemitz, BFW-Sprecher Region Bonn, und Katharina Klemmt, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit der Stadt Bonn.